„Glückauf in Deutschland“ – Spurensuche – Eine Ausstellung

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Gruppe-ausschnitt

76 Jugendliche, 13,14,15 Jahre alt, noch minderjährig, kamen am 24. November 1964 aus der Türkei nach Dortmund, Castrop und Datteln in den Bergbau

Sie wurden zu Pestalozzifamilien und in einem Lehrlingsheim untergebracht, Es war November, kalt, regnerisch, darauf waren sie nicht vorbereitet. Sie wollten eine Lehre im Bergbau beginnen und irgendwann einmal Ingenieur werden. Am kommenden Tag ging es schon los: Arbeitskleidung, Werkstattbeginn und Deutschkurs.  Dass sie in die Grube gehen würden, auch das wussten sie vorher nicht so genau. Ob sie Hauer, Elektriker oder Schlosser werden würden, war bereits entschieden. Die Zechen Hansa, Germania, Schwerin und Emscher-Lippe suchten dringend qualifizierten Nachwuchs. Sie sollten gesund sein und Mittlere Reife haben.

War es ein Abenteuer? War es Not, die sie nach Deutschland geführt hat? Es war von allem etwas. In der Türkei sahen sie und ihre Familien keine Aussicht auf eine gesicherte Zukunft, und Deutschland  „das klang in meinen Ohren einfach gut“ sagt einer von ihnen. „Ich würde es nicht noch einmal machen“ sagt ein anderer. Und „Es war eine fantastische Zeit“ sagt der, der die neue Freiheit und die vielen Möglichkeiten besonders intensiv wahrgenommen hat: Jugend in den 60ern, mit Kino, Tanzen gehen und mit Freunden und Freundinnen die Welt erobern.

Die Lebensgeschichten von neun aus der Gruppe der 76 werden im Vif erzählt, es werden Dokumente zusammengetragen, Fotos verglichen, aufgearbeitet, gelacht und das Leid nochmal erlebt – jeden Donnerstag.

Vieles davon wird in einer Ausstellung präsentiert. Eröffnung war am 12.Oktober 2015 unter der Schirmherrschaft von Guntram Schneider, bis Oktober 2015 Minister für Arbeit, Soziales und Integration des Landes NRW.  Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann beim ViF (vifdo@web.de) gebucht werden.

Die Geschichte dieser ehemaligen Lehrlinge ist ein bisher unbekannter Teil der Dortmunder Stadt- und Migrationsgeschichte und des Ruhrgebietes. Als „Lebendige Erinnerung“ zeugt sie von einer positiven Anerkennungskultur jener Zeit. Denn diesen jungen Menschen wurde von Beginn an Unterstützung, öffentliche Aufmerksamkeit und Wohlwollen zuteil. Mit der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen werden diese Zeitzeugen zu Botschaftern ihrer Generation, die den nachfolgenden Generationen Mut machen, ihrer eigenen Generation Würde und Identität verleihen möchten und die Alltags- und Industriegeschichte unserer Region bereichern können. In Ergänzung zur Ausstellung ist ein ausführliches Buch erschienen, das beim ViF und beim ASSO Verlag Oberhausen erworben werden kann.

Die Ausstellung und das Buch wurden maßgeblich durch die Förderung der NRW Stiftung möglich.

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Wettbewerb „Westfalen bewegt“ verleiht Preis für „Glückauf in Deutschland“ an den ViF

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„Spurensuche würdigt Leistung der „Gastarbeitergeneration“

So der Titel der Presserklärung der Stiftung Westfalen Initiative. „…Die gemeinsame Erinnerung an die früheren Jahre der Migration, an die Anfangsschwierigkeiten, die Hoffnungen und Wünsche und was daraus geworden ist drohen in Vergessenheit zu geraten. Dem wirkt die Spurensuche des Vereins für International Freundschaften  e.V. Dortmund entgegen.. .“ und weiter heisst es in der Presseerklärung von gestern, 11.Septemebr 2017, zu den Gründen der Preisverleihung: „Mit seinem Ansatz erfüllt das Projekt alle wesentlichen Kriterien des Wettbewerbs „Westfalen bewegt“. Der war in diesem Jahr zum fünften Mal ausgeschrieben. Er richtet sich an Gruppen in Westfalen, die in nachahmenswerter Weise die Gestaltung der Zukunft selbst in die Hand nehmen und nicht alleine auf staatliche oder bereits institutionalisierte Hilfe bauen.“  Von neun unter den 60 eingereichten Bewerbungen prämierten Projekten erhielt ViF den 2. Platz mit drei weiteren Bewerbern!!!   Die Preisverleihung fand am 11.September in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte in der Flurstraße statt.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Westfaleninitiative Dr. Sümmermann überreichte die Urkunde zusammen mit Herrn Gröhnke von der Dortmunder Volksbank an die Frauen des ViF Vorstandes. Unter den Gästen waren Herr Grenz vom Sozialdienst für Senioren des Städtischen Sozialamtes und Herr Hesse von MIADOKI, dem Dortmunder Integrationszentrum und außerdem viele Mitglieder des Vereins, darunter Herr Güner, einer der Protagonisten der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“.

Eingangs haben sich alle vorgestellt. Dabei entdeckte Herr Hesse, dessen Familie in Dortmund-Marten gelebt und dessen Vater wie Herr Güner als Berglehrling auf Königsborn gearbeitet hatte, dass Halit Grüner möglicherweise als Filmvorführer in den 60er Jahren im beliebten Vorstadtkino „Regina“ seinem Vater die Kinokarten abgerissen hat. Die Geschichten Themen kein Ende!!! „

Hier ein paar Eindrücke von der Zeremonie

Preisübergabe – von links nach rechts Herr Dr. Sümmermann, die Vorstandsfrauen Nadeshda Hagin, Ljuba Schmidt und Walentina Metzler, sowie Herr Gröhnke, stellv. Marketingleiter der Dortmunder Volksbank

 

(Für mehr Info zu den anderen Projekt und Preisträgern siehe die Webseite http://www.westfalen-initiative.de)

Link

Die Bergwerkkapelle-Ost begleitete zur Überraschung der vielen Gäste die Eröffnungsveranstaltung in der schönen Eingangshalle des Landeshauses des LWL am Montag, den 26. August um 11 Uhr mit voller Blasmusik und brachte einen lautstarken Gruß aus dem Ruhrgebiet nach Münster. Herr Löb, Direktor des LWL, hielt eine weit ausgreifende Rede über Integration, Migration, Kultur und die Geschichte NRW’s; Viktoria Waltz gab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung und würzte sie mit vielen kleinen Anekdoten, die die Gäste schmunzeln ließen. Zu Gast war auch Frau Kugler-Mülhofer vom Industriemuseum Zollern aus Dortmund – sie brachte Geschenke mit: Ein echtes „Bergmanns-Handtuch“ mit einer Plakette, die das Datum der Ankunft unserer Protagonisten, den 24.11.1964, aufgedruckt hatte. Hasan Demirci, Halit Güner und Bekir Sarikaya nahmen diese auch für die anderen nicht anwesenden „Jungs“ von damals mit große Freude in Empfang.

Dann gab es noch einen besonderen Gast: Hans Jürgen Meier kam extra aus Niedersachsen auf Einladung von Halit Güner. Er war damals, als Halit in der Lehrzeche anfing, sein „Begrüßungspate“, ein Lehrling aus dem zweiten Lehrjahr, der sich um die „Neuen“ kümmern sollte. So konnte er Halit damals beruhigen und helfen: alle hatten ein Butterbrotpaket für die erste Pause mitbekommen – aber wo war das Butterbrot von Halit? Er hatte es, unwissend, in der Kaue gelassen und es hing mit seinen Kleidern an der Kette unter der Decke. „Kein Problem“,  Hans Jürgen ging mit ihm zurück, damit auch Halit etwas gegen den großen Hunger tun konnte.

Artikel zur Eröffnung „Glückauf in Deutschland“ im LWL Landeshaus finden Sie unter:

Hier ein paar Eindrücke:

lilawe – Literaturland Westfalen: ViF war zur Eröffnung mit Gedichten aus unserem Archiv dabei

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ViF war dabei, beim Festivalauftakt auf Burg Hülshoff

Sa 26. August um 14:30 Uhr in der Schlosskapelle

„Hier! geht’s los! Dass Westfalen ein starkes Literaturland ist, wurde bereits beim Festivalauftakt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vor der wunderschönen Kulisse des Geburtsortes Annette von Droste-Hülshoffs durften sich die Besucher bei freiem Eintritt auf ein hochkarätiges Programm freuen, das nicht nur thematisch eine große Brandbreite von ernst bis heiter abbildet, sondern auch eine große Genrevielfalt widerspiegelt….“

Neben vielen bekannten Künstlern der Region nahm auch ViF mit dem Fritz Hüser Institut am Geschehen teil:

Hanneliese Palm vom Fritz-Hüser-Institut, präsentierte „die Schätze migrantischer Arbeitsliteratur“, wie es in der Ankündigung hieß. Darunter waren Gedichte aus dem Band zum 80ten Geburtstag von Ismet KoŞan, unserem langjährigen und ersten Vorsitzenden von 1987! Weitere Dichtungen kamen aus ViF’s Beitrag zum Projekt „Nordstadtbilder“ von 1989 unter dem Titel: „Heimat in der Fremde“, und daraus das Gedicht „Amilcare“ von Pasquale Marino aus der Dortmunder Nordstadt.

Die Botschaft war klar: Der Schatz muss gehoben werden, und die Stimme unserer Migranten und Migrantinnen der ersten Stunde müssen Gehör finden. Ihre Erinnerungen, ihre Stellungnahmen sind ein aufschlussreicher Beitrag zur Migrationsgeschichte unseres Landes!

„Die wahren Beweggründe für dieses Niederschreiben sind die inneren Empfindungen, die in dieser Zeit der Migration ihn mit voller Wucht trafen und ihn, den Betroffenen zwangen, diese irgendwie zu äußern“ – so die Einführung in seine Gedichtsammlung.

 

Deutscher Engagement Preis: ViF am 11. Juli bei der Nominierungsveranstaltung in Köln

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Deutscher Engagement Preis, Vor-Ort-Nominierung Köln 2017, Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland

Wir sind dabei und auch in Köln bei der Nominierungsveranstaltung bei Arbeiter Samariter Bund war der ViF vertreten! Hier ein paar Eindrücke:

ViF Ausflug nach Köln: noch einmal bestätigt ViF „aktiv ohne Grenzen“

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Am Donnerstag fing es ganz gut an, der Bus kam, die Planung war perfekt, alle kamen pünktlich: 22 Mitglieder, die Damen und auch ein paar unserer Herren wollten endlich einmal wieder einen gemeinsamen Tag verbringen. Auf der MV Anfang des Jahres war die Idee, Köln zu besuchen, Kölsch zu trinken, eine Rheinfahrt dazu und natürlich der DOM beschlossen wOrden. Abschließend sollte es nach Ratingen gehen, in das dortige Textilmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland, in dem der „feine Damenstrumpf“ und die Mode nach dem Krieg gerade ausgestellt wird.

Es kann anders: der Bus kochte schon an der ersten Tankstelle, der Fahrer war verzweifelt, alle Männer zusammen fanden keinen Weg Heizung aus und Klimaanlage in  Gang zu bekommen. Auch die angerufene Firma konnte nur über die möglichen Knöpfe reden, aber alles half nichts:  40Grad auf der linken Seite, rote Köpfe, heiße Füße – zwei Damen wollten unbedingt zurück nach Hause, es ging ihnen extrem schlecht. Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten!!

Aber dann wird kurzerhand beschlossen, zum Bahnhof in Bochum zu fahren und die Reise mit der Bahn fortzusetzen! Wir hatten doch Karten für die Rheinfahrt und die wollten wir nicht verpassen!

warten auf den Zug – schon entspannter

warten auf die Fähre – mit Eise lecker und kühl!“

Kurz vor dem Wolkenbruch – aber dann ging los mit Gesang

Die Reisegruppe vor dem Kölner Dom

Spaß beim warten: ob jemand was in den Hut wirft?

Und dann wurde alles gut! Mit Rollator und zu Fuß zur Rhein-Promenade, Eis essen, China Restaurant, und dann noch der herrliche DOM. Und überall waren wir willkommen, der Schaffner hatte uns schon entdeckt, obwohl wir überall verteilt waren – kein Problem! Auf dem Schiff einige nette Herren aus Mexiko – sie fingen an mexikanische Opernlieder zu schmettern – na da mussten wir mithalten und gaben unsere schönsten russischen Lieder zum bestens. Es gab viel Beifall auf allen Seiten, auch der plötzlich einsetzende Gewitterregen war kein Problem – alles rettete sich unter die Planen und weiter wurde gesungen! Im Dom war eine große Messe, der Bischof Meissner war doch gestorben und wir waren dabei. Zwischen Kardinälen und Polizei konnten wir uns dazu hineindrängeln!

Am Ende war es einfach nur schön. Wir haben viel gelacht, waren grenzenlos aktiv, haben uns nicht von er „Katastrophe mit dem Bus verhindern lassen.

Alle waren glücklich als wir mit Lachen am Dortmunder Bahnhof  abends gegen 21 Uhr ankamen.

Ein super Ausflug, ein Supertag!

 

 

 

Eröffnung der Internationalen Woche: ViF mit dem VMDO auf dem Münsterstraßenfest

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Leider hat es furchtbar geregnet und kalt war es auch. Aber was solls, die Stimmung auf den Bühnen war gut, die vielen verschiedenen Gesangs- und Tanzgruppen taten ihr Bestes um gute Laune zu verbreiten. Das Spektrum der Teilnehmer reichte wie immer von den tollsten Speisen aus aller Herren Länder bis zu den Informationen der vielen Initiativen und Institutionen in unserer Stadt, die im weitesten Sinne mit Flüchtlingen, Integration  und Kulturangeboten zu tun haben. Da musste der VMDO, der Verbund der Dortmunder Migrantenorganisationen  dabei sein.  ViF mit kleiner Abordnung  brachte seinen Beitrag mit Infos zur Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ und der neusten Broschüre zur „Kultursensiblen Seniorenstadt- und Politik“. Infos und Broschüre sind über info@web.de zu bestellen.

 

 

Ein neues Projekt: Quilten!!!

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Wer denkt nicht schon wieder an Weihnachten und die Geschenke. Zu früh? I wo!, Wenn man etwas selber macht, dann dauert es, besonders wenn es sich um etwas Neues handelt.

ViF hat ein neues Projekt am Montag und Freitag, den Kerntagen, wo viele Mitglieder und Freunde, Freundinnen ab 13 Uhr zusammenkommen und gemeinsam essen,  Kaffe trinken, erzählen und beraten. Ab sofort werden wir „Quilten“, das heißt wir werden aus Stoffresten, natürlich den schönsten von zuhause, Decken, große. kleine, für das Sofa, das Bett, die Kinderkrippe, den Kinderwagen, den Esstisch schöne Dinge herstellen,

Man muss nur nähen können, und wenn nicht, helfen wir uns gegenseitig unter Anleitung von Luba. Und jede sollte schauend was sie zuhause hat, aus dem man etwas schönes herstellen kann. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Nähmaschinen haben wir auch!

Dann man los mit Phantasie, „Geduld und Spucke“!

Quilten

ViF beim Tanzfestival Duisburg an Pfingsten!

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Einen rauschenden Tag verbrachen unsere Mitglieder beim Tanzfestival in Duisburg am 4. Juni. Alle waren begeistert!!! Die Darbietungen waren kunstvoll und voller Musik und Elan. Zum Mitmachen! Bald wird es im ViF wieder mit einer Tanzgruppe losgehen. Nachfragen, wann und mit wem!!!

Und natürlich wären gern noch viel  mehr mitgefahren. Aber Pfingsten ist eben auch eine Gelegenheit für die Omas und Tanten, die Enkel und Nichten zu sehen.

DortBunt: ein schöner Auftritt von ViF mit der Szenariobroschüre „Kultursensible Pflege“

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Am Sonntag,  7. Mai,  bei schönstem Wetter, war ViF mit einem Informationsstand und den neuen „Rollups“ dabei: der Vorstand und viele Mitglieder wollten die bunte Atmosphäre genießen. Der Chor Heimatmelodie war auf der Bühne und ViF neben dem Integrationsrat präsent mit seinen Broschüren und Informationen zum ViF Programm in der Internationalen  Begegnungsstätte, zur Wander-Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ und zu dem immer wieder aktuellem Thema: „Kultursensible Altenpflege“. ViF war neben den vielen Institutionen, Büros, Vereinen wohl der einzige Seniorenverein, und zwar international aufgestellt! Die Broschüre ist (nebenbei gesagt) auch im ViF zu erhalten. Darin wird mit dem Mittel des Szenarios, hart an der Realität und mit einer hoffnungsvollen Vision über die heutige Situation unserer Alten Migranten und eine denkbare Zukunft deutlich gemacht.

 

ViF auf dem Hansaplatz

Wieder ein runder Geburtstag: Luba Schmidt, die „Näherin“ im Vorstand, wurde 60!

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Am 28, April wurde Luba 60 und natürlich gab es anschließend im ViF eine große Feier mit bestem Essen und Getränken, vielen Blumen und schließlich tanzen und singen. Wie immer waren die Sänger und Sängerinnen von „Heimatmelodie“ bester Laune und brachten ein Ständchen nach dem anderen. Wehmütig wurden alle schließlich, als die alten russischen Lieder anklangen, die sie alle an ihre Jugend in der SU erinnern.

ViF wünscht Luba alles Gute vor allem Gesundheit und gute Laune!!!

Ljuba in Ihrem Element!