„Glückauf in Deutschland“ – Spurensuche – Eine Ausstellung

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Gruppe-ausschnitt

76 Jugendliche, 13,14,15 Jahre alt, noch minderjährig, kamen am 24. November 1964 aus der Türkei nach Dortmund, Castrop und Datteln in den Bergbau

Sie wurden zu Pestalozzifamilien und in einem Lehrlingsheim untergebracht, Es war November, kalt, regnerisch, darauf waren sie nicht vorbereitet. Sie wollten eine Lehre im Bergbau beginnen und irgendwann einmal Ingenieur werden. Am kommenden Tag ging es schon los: Arbeitskleidung, Werkstattbeginn und Deutschkurs.  Dass sie in die Grube gehen würden, auch das wussten sie vorher nicht so genau. Ob sie Hauer, Elektriker oder Schlosser werden würden, war bereits entschieden. Die Zechen Hansa, Germania, Schwerin und Emscher-Lippe suchten dringend qualifizierten Nachwuchs. Sie sollten gesund sein und Mittlere Reife haben.

War es ein Abenteuer? War es Not, die sie nach Deutschland geführt hat? Es war von allem etwas. In der Türkei sahen sie und ihre Familien keine Aussicht auf eine gesicherte Zukunft, und Deutschland  „das klang in meinen Ohren einfach gut“ sagt einer von ihnen. „Ich würde es nicht noch einmal machen“ sagt ein anderer. Und „Es war eine fantastische Zeit“ sagt der, der die neue Freiheit und die vielen Möglichkeiten besonders intensiv wahrgenommen hat: Jugend in den 60ern, mit Kino, Tanzen gehen und mit Freunden und Freundinnen die Welt erobern.

Die Lebensgeschichten von neun aus der Gruppe der 76 werden im Vif erzählt, es werden Dokumente zusammengetragen, Fotos verglichen, aufgearbeitet, gelacht und das Leid nochmal erlebt – jeden Donnerstag.

Vieles davon wird in einer Ausstellung präsentiert. Eröffnung war am 12.Oktober 2015 unter der Schirmherrschaft von Guntram Schneider, bis Oktober 2015 Minister für Arbeit, Soziales und Integration des Landes NRW.  Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann beim ViF (vifdo@web.de) gebucht werden.

Die Geschichte dieser ehemaligen Lehrlinge ist ein bisher unbekannter Teil der Dortmunder Stadt- und Migrationsgeschichte und des Ruhrgebietes. Als „Lebendige Erinnerung“ zeugt sie von einer positiven Anerkennungskultur jener Zeit. Denn diesen jungen Menschen wurde von Beginn an Unterstützung, öffentliche Aufmerksamkeit und Wohlwollen zuteil. Mit der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen werden diese Zeitzeugen zu Botschaftern ihrer Generation, die den nachfolgenden Generationen Mut machen, ihrer eigenen Generation Würde und Identität verleihen möchten und die Alltags- und Industriegeschichte unserer Region bereichern können. In Ergänzung zur Ausstellung ist ein ausführliches Buch erschienen, das beim ViF und beim ASSO Verlag Oberhausen erworben werden kann.

Die Ausstellung und das Buch wurden maßgeblich durch die Förderung der NRW Stiftung möglich.

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Zwischen Gestern und Heute“ Elternverband Ruhr, Zonguldak Verein Gelsenkirchen und ViF bei „LiteraTürk“

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„Zwischen gestern und Heute“

Die Ankündigung

war das Motto der letzten Veranstaltung der LiteraTürk in Essen am 30.11.18 in Kooperation mit dem Lehrerverband Ruhr, dem Partnerschaftsverein Zonguldak aus Gelsenkirchen und dem Verein für Internationale Freundschaften im Zusammenhang mit der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ statt.

Ein volles Haus, ein besonderes Lied für die Bergleute, gespielt und am Abend vorher für diese Veranstaltung von dem bekannten Saz- Spieler und Sänger Kazim Birlik und Musik mit dem Chor „Birlik“, gaben dieser Veranstaltung einen besonderen festlichen Rahmen.

Im Zentrum stand ein Gespräch der Generationen, moderiert von Artur Nickel von der Essener Anthologie und Tuba Tunca von WDR, über das Leben als Zuwanderer im Ruhrgebiet, über Erfolge, Probleme, Zukünfte. Es waren im Gespräch vier Familien aus der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“, ein Vertreter der „zweiten Generation“ und eine Vertreterin der heutigen Generation. Viele Einblicke in das Alltagsleben, Ängste und Glücksmomente hielten die Zuhörer in ihren Bann. Es gab Grund zum Lachen und zum Nachdenken.

Insgesamt eine gelungene und interessante Abschlussveranstaltung bei der LiteraTürk! Wir danken allen Veranstaltern für diese Chance, unser Projekt „Spurensuche“ in die Öffentlichkeit zu tragen.

Eine kleine Bildübersicht

 

 

 

 

 

 

Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ in der Stadtbibliothek Essen – im Rahmen der LiteraTürk !“

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Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ in der Stadtbibliothek Essen – im Rahmen der LiteraTürk !“

LiteraTürk, das 14. Internationale Literaturfestival von 12.11. bis zum 30.11.2018, widmet sich in diesem Jahr dem Thema „MUT“!

In zahlreichen Veranstaltungen an diversen prominenten Orten der Städte Essen, Gelsenkirchen und Mülheim gibt es Filme, Lesungen, Kabarett Vorstellungen und Musikdarbietungen, die in irgendeiner Weise dieses Thema behandeln (Programm siehe <Literatuerk.com@GREND.de>)

Die Ausstellung „Glückauf in Deutschland“, ein Erinnerungsprojekt der sog. 1. Generation von Bergarbeitern im Ruhrbergbau, ist in diesem Jahr beteiligt und Anlass für ein Begleitprogramm, in dem die Generationen der türkischen Einwanderer unserer Region ins Gespräch kommen können.

Am 24.11. trafen zwei der Bergbaufamilien aus den 1960er/70er Jahren auf vier junge Frauen der heutigen Generation. Titel war „Vom Ankommen, Bleiben und der Frage nach dem WOHN?“ Die jungen Frauen, Studentinnen und Schülerinnen, waren Teilnehmerinnen und Schreiberinnen der Essener Jugendanthologie, einem Projekt des Kulturzentrums GREND in Essen, der LiteratTürk  und des Geest Verlages in Vrechen. Die neueste, von Dr. Artur Nickel druckfrisch herausgegebene 14. Ausgabe handelt  „Vom Glück und seinen Launen“. Die Essener Anthologie ist eine wichtige Plattform für Kinder und Jugendliche geworden, in der sie selbst schreiben und ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken können, „ein buntes Lesebuch, das seine Leser in das hereinnimmt, was Jugendliche im Ruhrgebiet und darüber hinaus trifft, betrifft und umtreibt.“ (aus der Einführung von Dr. Nickel)

Neben einer in türkisch vorgetragenen dramatischen Erzählung über das letzte große Bergwerksunglück in Soma in der Türkei las Sena Aslan, 17 Jahre, ihren Text vor „Was war Glück nochmal?“ aus der jüngsten Ausgabe  – in dem sie endet „…Mein Glück basiert nicht auf etwas Materiellem, sondern auf einer Gruppe von Menschen, die ich seit meiner Geburt kenne. Einer Gruppe von Menschen, ohne die ich nicht auf den Beinen stehen könnte und die mir von Tag zu Tag wertvoller wird…………………………………………………………..  Das ist meine Familie. mein Glück,  mein Grund, um GLÜCK-lich zu werden. Danke, dass ich Euch habe!“

Ein anderer Text stellte die Frage, ob man sein persönliches Wünschen, also auch das eigene Glück, über die Träume der Familie, vor allem die Erwartungen des Vaters, stellen darf – auch etwas, dass der Älteren Generation,  die noch mit großem Respekt gegenüber den Eltern aufgewachsen ist, sehr bekannt war.

Vor allem der Text von Dilara Keres, 19 Jahre, aus der 12. Anthologie von 2016 „KapIkule – Die türkisch-bulgarische Grenze“, in der sie das Gefühl beschreibt, das die türkischen Landsleute befällt, wenn sie nach vielen durchschrittenen Grenzen endlich an der bulgarisch-türksichen Grenze das Wort „KapIkule“ und den Willkomensgruß „VatanInIza  Hoşgeldiniz“ „Willkommen in Eurer Heimat“ lesen: „Ein Lächeln  umspielt die Lippen der Anwesenden. Alle Sorgen werden an dieser Grenze gelassen und man macht sich schnellstens weiter auf den Weg“ . Das war ein passender Anknüpfungspunkt für die Diskussion mit den älteren Bergleuten und  ihren Frauen.

Ja, dieses Gefühl kennen sie alle.  Hatice SarIkaya erinnerte sich sehr genau an dieses Gefühl, als man noch mit dem Auto über Österreich, Jugoslawien und Bulgarien in die Türkei reiste und endlich das ersehnte KapIkule vor sich sah. Bekir SarIkaya sprach ausführlich von den Anfangsschwierigkeiten in einer deutschen Familie, wo sie zu ihnen völlig fremden Menschen „Vater und Mutter“ sagen sollten; Zeki Kanag sprach über die ersten Erfahrungen eines Jungen von 15 Jahren in einem fremden Land ohne Kenntnis der deutschen Sprache und der neuen kulturellen Bedingtheiten. Gabi Kanag erinnerte sich, dass sie erst später verstanden hat, was auch für ihren Mann „Heimweh“ bedeutet haben musste, als sie das erste Mal als „Fremde“ in die Türkei kam und großes Heimweh verspürte.

Die jungen Frauen hörten aufmerksam zu. Manches war ihren vertraut, da sie Ähnliches von ihren Großeltern oder Eltern gehört hatten. Aber sie waren doch beeindruckt davon, dass diese Jungen mit nur 14, 15 Jahren den Sprung in die Ferne gewagt hatten. Nur eine konnte es sich noch heute vorstellen, solch ein Abenteuer zu versuchen. Alle sprachen ihren großen Respekt gegenüber der älteren Generation aus über das, was diese Frauen und Männer ausgehalten,  geleistet und schließlich geschafft haben.

Am 30.11. um 18.00 sind wir wieder mit einem Begleitprogramm dabei.  „Zwischen Gestern und Morgen: Einwandererfamilien im Revier“ wird  Thema des Abends mit dem Türkischen Elternverband Ruhr in der Stadtbibliothek in Essen sein.

Ein paar Schnappschüsse

„Wir hier oben !“ Die Frauen der Bergleute aus der Türkei im Gespräch in der RWAG

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In der Dortmunder Auslandsgesellschaft, in der unsere erste Begegnung mit den türkischen Lehrlingen von 1964 stattfand und wo alles begann, waren am 30. Oktober die Frauen aus dem Projekt „Glückauf in Deutschland“ zu Gast. Sie stellten Ihr Buch „Wir hier oben – Ihr da unten“ vor. Die RWAG, ViF, die Alevitische Gemeinde und die Deutsch-Türkische Gesellschaft hatten eingeladen. Leider waren nur wenig Besucher gekommen, nicht einmal die türkische Gemeinde in Dortmund hatte sich groß interessiert. Das Wetter war allerdings auch ziemlich unfreundlich an diesem Abend.

Münevver Karaoğlu und Gabi Kanag berichteten von den Anfängen ihres Lebens mit einem türkischen Bergmann und den Erfahrungen mit den neuen Lebensbedingungen und kulturellen Besonderheiten  in Deutschland (Frau Karaoğlu) und der Türkei (Frau Kanag). Tochter Sevgi SarIkaya hatte als Kind eine schwere Erfahrung machen müssen. Als sie mit ihrer Mutter – vielleicht ein Jahr alt – das erste Mal in die Türkei zu den Großeltern fuhr und sie beide eine längere Zeit in ihrem Dorf blieben, während Vater Bekir seinen Militärdienst antrat, musste die Mutter sie zurücklassen, weil sie nicht in ihrem Pass, sondern im Pass des Vaters eingetragen war. Welch ein Drama! Sergi blieb dann bei den Großeltern bis sie zur Schule in Deutschland ging.

Sevgi wies darauf hin, dass die Geschichten der damals jungen Männer in der Pestalozzifamilie oft am Abend im Familienkreis erzählt wurden und sie immer fand, dass das in die Öffentlichkeit gehöre. Sie hatte deshalb vor einigen Jahren das ganze Projekt angestoßen. Das war vor jetzt vier Jahren. Seither ist die Geschichte durch das ganze Ruhrgebiet gewandert und die Geschichte der Frauen ist hinzugekommen.

Das Buch ist beim Verein für 10€ zu bestellen – vifdo@web.de

„Danke Kumpel “ Großveranstaltung zum Abschied vom Bergbau und seinen Kumpeln in Hamm

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Vom 25. Oktober bis 3. November wird das Allee-Center Hamm zur Zeche. Unter dem Titel „Hamm: Auf Kohle gebaut. Danke, Kumpel“ erinnern Stadt und RAG Aktiengesellschaft an den Ende 2018 auslaufenden Steinkohlebergbau: mit ungewöhnlichen und gigantischen Ausstellungstücken, Aktionsflächen und einem tollem Programm mit ehemaligen Bergleuten.

Neben vielen Akteuren aus Hamm, von den „Großen“ wie die IGBCE bis zu vielen kleinen Ortsvereinen sind Hunderte für die Umwandlung des Alle Centers aktiv. Auch „Glückauf“, unsere Ausstellung ist dabei.

Der Aufbau mitten in der Nacht war die erste Herausforderung. Der verkaufsoffene Sonntag mit der Eröffnungszeremonie die nächste. Jeden Tag ist etwas los, von Musik bis Kinderprogramm und vieles mehr.

Die Ausstellung im Alle Center

 

Ein paar Eindrücke: aus der Webseite Radio Lippe Welle Hamm

Tag des Offenen Denkmals – eine schöne Gelegenheit die Geschichte der türkischen Lehrlinge von 1964 zu verbreiten

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Heute, am 9. September, am bundesweiten Tag des Offenen Denkmals wurde unsere Ausstellung in der ehemaligen Zeche Dorstfeld Schacht 2/3 gezeigt.

Mehrere Dorstfelder Vereine hatten draußen für Musik und Festatmosphäre gesorgt, die Räume, die schon seit den 70er Jahren nicht mehr benutzt waren, aufgeräumt, dekoriert und die Zukunft dieses Industriedenkmals sichtbar gemacht: ein Jugendzentrum und Gemeindekulturhaus soll daraus werden, mit Versammlungs-, Workshop- und Veranstaltungsräumen.  Passend zur Geschichte war die Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ der ehemaligen jungen Berglehrlinge aus der Türkei in der Kaue untergebracht. Sie soll mit ihren Fliesen – verbraucht und benutzt, in ihrem Zustand belassen werden.

Zünftig unter Bergmannskleidung an der (Wäsche-) Leine vertraten Halit Güner,  Bekir Sarikaya mit Frau Hatice und Tochter Sevgi,  sowie Hasan Demirci mit Frau Anne als die Zeugen jener Zeit die Geschichte. Es kamen viele Besucher und Interessierte, mit denen sie ins Gespräch kamen. Auch die Bücher waren begehrt.

Ein paar Eindrücke vom Tag:

Bei den wiederholten Führungen kamen viele Interessierte vorbeiHalit und Bekir am Stand „günden die Lampe an“  mit Hasan Demirci geneinsam auf die Gäste wartend Ein ehemaliger Kollege ist begeistert! Ein Kollege erlärt den Enkeln, wie die Kaue funktionierte, in der er selbst nach der Arbeit einst seine Kleidung hochzog

Große Unterstützung von der ganzen Familie Sarikaya : Bekirs Frau Hatice und Tochter Sevgi

9. September Glückauf beim Tag des Offenen Denkmals

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Am 9. September ist es wieder soweit: Bundesweit öffnen kleine und große Denkmäler ihr Tore und zeigen sich der Öffentlichkeit!

In diesem Jahr ist ViF mit der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ in Dortmund dabei!

Die Waschkaue der ehemaligen Zeche Dorstfeld von Schacht 2/3, seit 1960 außer Betrieb, lange vernachlässigt, inzwischen unter Denkmalschutz stehend, wird in ein Bürgerhaus mit Jugendzentrum umgewandelt und dafür von den Dorstfelder Vereinen und Institutionen hergerichtet. Die Ausstellung „Glückauf“ schmückt die Kaue für diesen einen Tag, an dem es außerdem Informationen zur Geschichte der Waschkaue und der Zechen-Siedlung Oberdorstfeld, Führungen und eine FotoRalley geben wird.

WIR WÜNSCHEN GLÜCKAUF!!!

 

30 Jahre ViF Archiv – ein wichtiger Baustein für den Aufbau eines Migrationsarchiv der Stadt Dortmund

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Mittwoch, am 11. Juli 2018, übergab der ViF Vorstand offiziell die Akten von 30 Jahren Tätigkeit des Vereins an das Stadtarchiv Dortmund. 

Symbolisch für die etwa 13 Regal-Meter Papier, die noch in Kartons auf ihre Archivierung warten, übergab Ljuba Schmidt vom Vorstand Herrn Dr. Mülhofer, dem Direktor des Stadtarchivs  zwei Urkunden: das Dokument zum ersten Preis, den der Verein für seine Arbeit mit Senioren Migranten1999 vom Vinzenz Verlag erhielt und den Migrationspreis der Stadt Dortmund von 2011 (in Rot).

FotoStadtarchiv bekommt ViF-Akten

von links: Herr Dr. Mülhofer (Direktor Stadt Archiv), Frau Ljuba Schmidt (ViF Vorstand) Frau Dr. Sandra Alberti, (Vereinsgründerin), Nadeschda Hagin (ViF Vorstand); dahinter von links: Herr Dr. Kersken (Stadt Archiv, zuständig für den Aufbau des Migration Achiv), Doris Siegel (langjähriges Mitglied), Walentina Metzler (Vorstand), Dr. Viktoria Waltz (ViF Beirat)             Foto:Katrin Pinetzki

Neben amtlichen Überlieferungen zur Migrationsgeschichte sind dem Stadt Archiv und dem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte als den Dortmunder Orten für Erinnerungskultur besonders wichtig, dass „Zeugnisse aus dem Leben und der Erfahrungswelt von Dortmundern und Dortmunderinnen mit Migrationhintergrund gesichert und zum Sprechen gebracht werden“ (aus der Pressemeldung des Stadt Archivs)

Das ViF-Archiv ist ein erster, wichtiger Baustein in diese Richtung!

 

 

HOESCH PARK FEST 2018: die Gymnastikgruppe von ViF begeistert das Publikum

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Unter dem Motto „Farben der Welt“ fand in diesem Jahr am 1.Juli das Hoesch Park Fest bei strahlendem Sonnenschein statt. Endlich konnte auch ViF mit seiner Gymnastikgruppe wieder dabei sein! In den letzten Jahren zerstörte der Dauerregen die Planung immer wieder.

Schon seit einigen Wochen bereitete Sofie Olshevska  ihre Senioren Gymnastikgruppe auf den Auftritt beim Hoesch Park Fest in der Dortmunder Nordstadt in der Nähe des Borsig Platzes vor. Es war herrliches Wetter und endlich einmal eine Gelegenheit, den Nachbarn des Borsig Platzes zu zeigen, was alles im ViF steckt!!!

Heute war es soweit: die Gruppe mit ihren ViF T-Shirts, mit großen Reifen, präsentierte nach einer wunderschönen ruhigen klassischen Musik Übungen, die nicht nur harmonisch aufeinander abgestimmt waren, sondern auch zeigen, was das Alter fit hält: Bewegen, in ruhiger Atmosphäre, aber gezielt auf den ganzen Körper bezogen. Es sah schön aus, die Damen  bewegten sich im Gleichklang – ein gelungener Auftritt, der auch vom Publikum mit großem Beifall gewürdigt wurde.

Und es war ein lustiger Kontrast zum Programm der Kinder und Jugendlichen aus einem Takewando  Kurs davor, die in schnellem Tempo und mit viel Kraft  ihre Übungen zeigten.

Hier der Link zu einem Bericht der Nordstadtblogger

https://www.nordstadtblogger.de/sport-und-musik-lukullisches-und-wissenswertes-beim-hoeschpark-fest-waren-alle-und-alles-in-bewegung/

Ein paar Eindrücke:

Die Gymnastikgruppe ist offen – sie übt jeden Montag und Donnerstag ab 11.00 in den Räumen des ViF, Flurstraße 70. Ein paar wenige Damen könnten noch mitmachen!

 

 

 

 

 

 

 

Glückauf in Deutschland in der EXTRASchicht auf Zeche Zollverein, Halle II am 30.Juni2018

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Alljährlich wieder: die EXTRASchicht der Industriedenkmäler im Ruhrgebiet. Natürlich auch auf Zeche Zollverein, dem UNESCO-Weltkulturerbe!

ViF sollte dabei sein und von 18 bis 2 Uhr ging wirklich die „Post ab“. Gut gelegen im Maschinenraum der Halle II fanden viele Besucher des Festivals den Weg zur Ausstellung. Angekündigt als  Beitrag zur Migrationsgeschichte lasen viele Menschen, Familien, Kinder, Jugendliche oder Knappen sorgfältig die Texte, fanden Interessantes in den Fotografien und tauschten sich gern mit Halit Günter über seine Lebenserfahrungen und seine Migrationsgeschichte aus.

So wie wir inzwischen den Sinn dieser Ausstellung sehen, verstanden auch viele den Beitrag als ein interessantes Stück Geschichte aus der zu lernen wäre: „Wir brauchen solche Modelle für die Integration der jungen unbegleiteten Flüchtlinge ganz aktuell“, sagte ein Besucher zum Beispiel und schrieb dies in unser Gästebuch.

Obwohl es nur ein einziger langer Abend war, hat es sich sichtlich gelohnt, die Ausstellung gerade dort auf diesem großen Kulturfestival zu zeigen; nicht nur Show wie so vieles auf dem großen Interessanten Gelände, sondern auch lebendige Geschichte!

Einige Eindrücke  (es wurde mündlich Einverständnis eingeholt)

 

Und dann kam noch eine Überraschung, nämlich Natascha Bethke, die die Ausstellung in Dinslaken so wundervoll organisiert und präsentiert hatte, kam vorbei: „Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein „Glückauf in Deutschland“ hier?  Das muss doch unsere Ausstellung sein!!!“ und wir freuten uns alle über dieses zufällige Wiedersehen! „Glück auf in Deutschland!!!!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch in Bönen: Halit Güner im Gespräch mit Teilnehmern des Integrationskurses aus Essen

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Am 26. Juni erhielt die Ausstellung „Glück auf in Deutschland“, die noch ein paar Tage in Bönen gezeigt wurde, Besuch aus Essen.  Halit Günter war gern bereit als Zeitzeuge und als einer der Protagonisten der ehemaligen  Lehrlingsgruppe  aus der Türkei dabei zu sein und seine Lebenserfahrungen mit den jungen Migranten und Migrantinnen zu teilen.  Die Kursleiterin Frau Juliane Alberts, resümiert:
„Meine Kursteilnehmer (Integrationskurs/Orientierungskurs) waren sehr angetan und morgen werde ich mit ihnen nochmal ausführlich über ihre Eindrücke sprechen. Soviel kann ich schon sagen: Es ist eine wundervolle, sehr gelungene Ausstellung! Das ganze Konzept und die Umsetzung sind super!
Das Thema „Migrationsgeschichte“ ist Teil des Orientierungskurses, im Test „Leben in Deutschland“ müssen die Teilnehmer Fragen zu den Anwerbeabkommen beantworten. Der Aspekt, dass auch minderjährige Türken alleine nach Deutschland gekommen sind, war mir persönlich neu und ich bin froh, dass ich nun die Geschichte von einigen Zeitzeugen erfahren durfte.
In diesem Kurs sind Leute aus der Türkei, Syrien, der Ukraine, Ghana und Sri Lanka. Alle verstehen sich gut und erarbeiten sich die komplexen Themen gemeinsam, teilen Erfahrungen und stellen wichtige Fragen. Sie sind im Schnitt 1-2 Jahre in Deutschland – und das positive Beispiel von Halit Güner ist ein wahrer Motivationsschub für alle!
Danke Herr Güner,
beste Grüße aus Essen und viel Erfolg auf Zeche Zollverein bei der EXTRA SCHICHT!
Juliane Alberts „
Dazu wurden ein paar Fotos geschickt: die Gruppe aus Essen und Halit Günter mit den Begleitern, im Gespräch…