spurensuchekopforgs

Migration und Gedächtnis – Eine (erinnerungs-)kulturelle Spurensuche in Dortmund

Spurensuche? Ja, nach den Erinnerungen und den Erinnerungsorten der Arbeitsmigrant(inn)en der ersten Jahre, die in Dortmund leben!

Sind ihre Erinnerungen nicht Teil unserer Stadtgeschichte?

Sind ihre Erfahrungen, Kollegengespräche, Nachbarschaftsbeziehungen, ihre Lieblingsorte, Freuden und Leiden nicht ein längst notwendiger Baustein Dortmunder Erinnerungskultur? Teil des Dortmunder Gedächtnisses zur Alltagskultur?

Und wie ist die Sichtweise zur Emigration nach Deutschland heute? Hat es sich gelohnt? Was wurde erreicht? Vielleicht nicht alles, was man für sich selbst erhofft hat, aber doch für die Kinder und Enkel, die heute nicht mehr am Fliessband oder dem Hochofen stehen, sondern  Ärzte, Pfleger. Softwarespezialisten und vieles mehr geworden sind …

Das Projekt ist ein Integrationsvorhaben der Stadt Dortmund und Teil des Masterplans Integration. Es geht um die Migrationsgeschichte Dortmunds nach dem 2. Weltkrieg und die Erfahrungen der sogenannten ‚Gastarbeiter‘ aus Süd- und Osteuropa und aus der Türkei. Es werden Interviews geführt, Erinnerungsorte aufgesucht und am Ende wird, wenn es ein Film z.B. wird, eine Publikumswirksame, öffentliche Ausstellung und Darstellung der  Projektergebnisse geben. Dazu wird es ein Internationales Erzähl Cafe geben, wo der Erfahrungsaustausch zwischen den  Nationen und den Generationen  geschehen kann.

Eine erste Erzählrunde galt dem Thema:

‚Kulturschock Deutschland‘

Was sind die Menschen hier plötzlich so gut gelaunt und küssen jede und jeden? Sind die Deutschen immer so gut drauf? (Das war Rosenmontag)

Komisch, hier teilt keiner was mit den anderen, komisch. Wenn ich eine Zigarette rauche, dann biete ich was ich habe doch auch den Kollegen an – hier scheint das niemand zu machen. (Im Betrieb unter Kollegen)

Oh es ist Krieg! Raketen, Schüsse, Riesenkrach mitten in der Nacht! (Das war Sylvester)

Nur eine kleine Kostprobe – mögliche weitere Stichworte:

Das erste Auto‘, der erste Schnee‘, ‚das 1. Kind‘ , die 1. Wohnung‘, ‚Heimreise‘, ‚Sylvester und Karneval‘, ‚Streiks im Bergbau‘, Streiks in  der Stahlindustrie‘, Urlaubsbilder, unsere Nachbarn, die Situation zu Hause  usw….

Aufruf:

Wir suchen: Kleinbildfilme, Fotos, Zeitungsausschnitte, die vor allem die persönliche Sicht des Lebens in der Fremde widerspiegelt, die heute Heimat geworden ist.

Bitte meldet Euch,  wenn Ihr gern etwas beitragen möchtet bei uns: Verein für Internationale Freundschaften, Flurstraße 70 (Nähe Borsigplatz, Straßenbahn Westfalenhütte) in der Internationalen Senioren Begegnungsstätte, Tel.: 81 54 43. Am besten Montags 15 – 17.00.

Unser nächster Termin: Samstag 16. März 15.00 in der Flurstraße 70. Thema: Lebensläufe.