Archiv der Kategorie: verein

Jahreshauptversammlung am 23.2. bestätigt Vorstand und entlastet Vorstand und Kassiererin

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Die Mitgliederversammlung war gut besucht, über 30 Stimmberechtigte waren anwesend.

Ljuba Schmidt eröffnete die Versammlung. Doris Siegel wurde zur Protokollantin gewählt. Luba Schmidt gab einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins im Jahre 2017, Nadeschda Hagin erläuterte den Kassenbericht. Beide Prüfer, Taissia Fischer und Zeki Kanag, der vorab sein ok gegeben hatte, empfahlen die Annahme des Kassenberichtes. So geschah es einstimmig, ebenso wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Als neuer Prüfer wurde Halit Günter anstelle von Zeki Kanag gewählt.

Die Versammlung wurde vorschriftsmäßig beendet und anschließend wurden die anstehenden Geburtstage gefeiert.

 

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„Wir hier oben – Ihr da unten“ im Geschichtswettbewerb Hau rein! angemeldet!!!

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Die Geschichte der Frauen unserer „Glückauf  in Deutschland“ Bergmänner nimmt Formen an. Zentrale Fotos sind gemacht, die Interviews geschrieben, das Manuskript schon fast fertig. Die einzigartige Geschichte von Bergmannsfrauen, die, deutscher oder türkischer Herkunft, in den 70er Jahren  türkische Bergleute geheiratet haben, macht Geschichte im letzten Jahr des Ruhrbergbaus und macht die Bergbaugeschichte und die Einwanderungsgeschichte unserer Region erst „komplett“.

Deshalb haben wir unser Manuskript kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist beim 7. Geschichtswettbewerb des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Escher eingereicht!

Glückauf!!!!

Bilder zum Fototermin bei klirrender Kälte

Biografien der Bergmannsfrauen aus „Glückauf in Deutschland“: mit Voller Kraft laufen die Vorbereitungen. Die NRW Stiftung und die Westfalen Initiative tragen wesentlich zur Förderung bei!!! Danke!

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Die Bergbaugeschichte des Ruhrgebietes geht 2018 zu Ende. Wir mischen  uns ein und bringen die Biografien der Bergmannsfrauen ein, die türkische Bergleute geheiratet haben, deutscher wie türkischer Herkunft. Auch ihre Geschichten sind Geschichte: vom Leben in und mit zwei Kulturen, von Schwierigkeiten, von Traurigkeiten  und Einsamkeit, aber auch von Hoffnungen, „Gewinnen“, Erfolgen und glücklich Sein.

Inzwischen haben sich die Frauen mehrfach getroffen. Es wurden Interviews geführt, Porträt-Fotos und Inszenierungen  begonnen. Die Konzeption steht.

Bis zum Ende des Jahres wollen wir möglichst weit gekommen sein. Unser Ziel ist die Veröffentlichung auf der Ausstellungseröffnung von „Glückauf in Deutschland“ am 20. Februar 2018, um dort das Buch der Frauen präsentieren zu können. Das Projekt ist bei dem Geschichtswettbewerb „Hau Rein“ angemeldet . Die NRW Stiftung Heimat Kultur Natur fördert den gesamten Druck. Die Westfalen Initiative übernimmt auch eine guten Teil. Die Finanzierung ist noch nicht ganz perfekt, auch daran wird noch gearbeitet.

ViF fehlen noch  4.000,oo €  –   Spenden gesucht! Stichwort „Spurensuche – Bergmannsfrauen“ . Bitte teilen Sie uns Ihren Sepndenwunsch mit über:  vifdo@web.de. Wir freuen uns über jeden, auch einen kleinen Betrag!!!

Hier ein Eindruck von unserem letzten Treffen am 14.12.2017

Die Atmosphäre war sehr heiter und solidarisch. Immer wieder kommen Geschichten hoch, wird gelacht oder auch mit Ernst und Melancholie der früheren Zeiten gedacht. Die Planung eines Gruppenfotos ist gar nicht so einfach. Alle sind in den Vorbereitungen zu Weihnachten und Neujahr verstrickt, eine Dame will zurück in die Türkei um dort das Neue Jahr mit ihrem Mann zu feiern. Keine einfache Sache.

Aber wir sind sicher: „Ihr da Unten – Wir da Oben“, das wird ein wichtiger Beitrag zur Spurensuche der Migrationsgeschichte des Ruhrgebietes!

Eine wunderbare 30-Jahr-Feier, viele Freunde und alte Bekannte haben mitgefeiert

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Fast hundert Gäste  waren begeistert – ein gelungenes Fest.!!!

Die erste Überraschung kam für die Mitglieder: die Broschüre mit ihren Fotos und Statement war fertig und erst einmal waren alle begeistert, sich gedruckt zu sehen, verbunden mit einer kurzen Einführung in die Geschichte des Verein. So gingen die letzten Vorbereitungen locker von der Hand, bis die Gäste kamen.

Es gab viel Prominenz;  Freunde und Freundinnen aus alten Tagen waren anwesend, die von Ljuba Schmidt aus dem Vorstand freundlich lächelnd und mit einem Glas Sekt begrüßt wurden: Herr Pohlmann vom Sozialdienst Senioren der Stadt Dortmund, Herr Kannenberg und Frau Kalamaijka vom Senioren Beirat, Frau Strothmann vom Senioren Begleitdienst der Stadt,  Herr  Kersting vom Stadtarchiv, Herr Hesse von Miadoki, Frau Kaiser vom DPWV Dortmund, Herr Kleinschmidt vom Hans Hansmann Haus, Frau Parussel vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte MKK, Kollegen und Kolleginnen vom Vorstand des Verbandes soziokultureller MigrantenselbstorganisationenVMDO, und viele mehr. Herr Kannenberg und Frau Dressler Döhmann, Leiterin der Kielhornschule, sprachen kurze Grußworte.

Herr Pohlmann holte weit aus und breitete die Geschichte der Seniorenarbeit, die Schwierigkeiten und die Bedeutung der Migrantenbetreuung und die Geschichte des ViF, den er schon lange begleitet, vor den Zuhörern aus. Den ältesten Jubilaren, der erste Vorsitzende Ismet Koşan und Sandra Alberti, wurden Blumen zum Dank für ihre lange Arbeit überreicht. Dann wurden Sofi Olshevska und Hadi Kamişli, die den Verein danach lebendig gehalten hatten, geehrt.

Zwei Kurzfilme von 1995 und 2000 erfreuten vor allem die, die noch alte Gesichter erkannten, und gaben Zeugnis von der langen Tradition des Vereins, der sich von Beginn an mit der Lage der Migranten Senioren, ihren Bedürfnissen und Wünschen auseinandergesetzt hat.

Dann gab es eine kurze Überraschung: Viktoria Waltz wurde von den Männern der Ausstellung „Glück auf in Deutschland“ für ihre Arbeit an der Ausstellung zum „Ehrenknappen“ geschlagen.

Der nächste Programmpunkt waren Beiträge von Mitgliedern aus ihrer jeweiligen Heimat: Lydia trug Gedanken zu ihrer Heimat Azerbeidjan vor, Frieda erzählte ihre Geschichte der Vertreibung nach Sibirien, Walentina und Ljuba berichteten von ihrer Heimat Kasachstan und Nadja brachte kenntnisreich Informationen zum Kohlengebiet ihrer Heimat in Sibirien und hatte sogar ein Stück Anthrazit aus der Gruppe von dort dabei. Der Chor Heimatmelodie ergänzte diese Beiträge durch Lieder aus den Herkunftsländern in russischer Sprache und alles endete mit dem Lied „Glückauf der Steiger kommt“. Hadi, Fatma und Sofie sangen spontan ein türkisches Volkslied, bei dem alle Familienmitglieder unserer Bergleute kräftig mitsangen.

Die griechische Combo untermalte das ganze Program mit Liedern an der Bouzouki wann immer eine Pause eintrat und animierte  die Gäste zum singen und sogar tanzen. Ismet musste einfach mit Luba ein Tänzchen wagen, das ist schon Tradition.

Mit einem reichhaltigen Büffet, Wein Wodka, Säften und einer Tombola klang das schöne Fest aus.

Wir danken allen, die diese Feier ermöglicht haben, voran dem DPWV NRW und Herrn Leipp, der Stadt Dortmund, Herrn Pohlmann, der Alevitischen Gemeinde Eving und unseren Mitgliedern, Freunden und Freundinnen, die so liebevoll für die Tombola, die Ausstellung und das reichhaltige Buffet gesorgt haben!!!

Und nun Ein paar Eindrücke

Die Gäste

Grußworte und Blumen

Alte Freunde und Blumen für die Vorstandsmitglieder der ersten und zweiten Stunde

Mitglieder tragen vor

Musik und Büffet, Ausstellung und Tombola

Und nun die Überraschung für den Ehren-Knappen Viktoria

DortBunt: ein schöner Auftritt von ViF mit der Szenariobroschüre „Kultursensible Pflege“

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Am Sonntag,  7. Mai,  bei schönstem Wetter, war ViF mit einem Informationsstand und den neuen „Rollups“ dabei: der Vorstand und viele Mitglieder wollten die bunte Atmosphäre genießen. Der Chor Heimatmelodie war auf der Bühne und ViF neben dem Integrationsrat präsent mit seinen Broschüren und Informationen zum ViF Programm in der Internationalen  Begegnungsstätte, zur Wander-Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ und zu dem immer wieder aktuellem Thema: „Kultursensible Altenpflege“. ViF war neben den vielen Institutionen, Büros, Vereinen wohl der einzige Seniorenverein, und zwar international aufgestellt! Die Broschüre ist (nebenbei gesagt) auch im ViF zu erhalten. Darin wird mit dem Mittel des Szenarios, hart an der Realität und mit einer hoffnungsvollen Vision über die heutige Situation unserer Alten Migranten und eine denkbare Zukunft deutlich gemacht.

 

ViF auf dem Hansaplatz

Wieder ein runder Geburtstag: Luba Schmidt, die „Näherin“ im Vorstand, wurde 60!

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Am 28, April wurde Luba 60 und natürlich gab es anschließend im ViF eine große Feier mit bestem Essen und Getränken, vielen Blumen und schließlich tanzen und singen. Wie immer waren die Sänger und Sängerinnen von „Heimatmelodie“ bester Laune und brachten ein Ständchen nach dem anderen. Wehmütig wurden alle schließlich, als die alten russischen Lieder anklangen, die sie alle an ihre Jugend in der SU erinnern.

ViF wünscht Luba alles Gute vor allem Gesundheit und gute Laune!!!

Ljuba in Ihrem Element!

 

Zum Neuen Jahr 2017 – wird ViF 30 !!!

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Zum Jahreswechsel 2016/17 war Feiern angesagt:

Die Vereinsmitglieder feierten mit Gesang und guten Wünschen zum Jahreswechsel. Vor allem Gesundheit ist für alle Hauptthema. Dieses Mal erhielt jede  und jeder eine schöne Kaffeetasse, einen Stollen vom Vorstand und dazu gab es leckeres von vielen mitgebrachtes Essen und natürlich Wein und Sekt zum Anstoßen!.

Heimatmelodie feierte mit Tanz und Darbietungen zum Winter, Gedichte wurden vorgetragen und insgesamt wurde mit viel Spaß und

Humor das Fest begangen!

Am zweiten Weihnachtstag wurde Ismet Kosan, unser erster Vorsitzender von 1987 80 ! Jahre alt. Das wurde ein großes Familienfest mit mehr als 60 Personen.

Hier ein paar Eindrücke

Ismets Geburtstag

Am Geburtstag 26.12.2016

Der Star des Abends

Ismet Koşan – Artbeiterdichter 80 Jahre! Vor 30 Jahren erster Vorsitzender des Vereins

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Ismet und der Verein für Internationale Freundschaften, das ist nicht zu trennen. Zu seinem Jubiläum haben wir ein kleines Büchlein mit seinen Gedichten erstellt. Es wird in das Archiv des Fritz-Hüser-Instituts für Arbeiterkultur aufgenommen werden.

imsetbiuch

Eine ViF-Broschüre 2016/17, gefördert durch den VMDO

ISMET KOşAN  –   EIN LEBEN „ZWISCHEN LYRIK UND PROSA“

Ismet Koşan hat keine Hochschule besucht, nur wenig Jahre in der Grundschule in der Türkei. Er wuchs in dem kurdischen Dorf Şampaşa, Region Erzincan auf, das durch das Militär zerstört wurde. Den Kindern ermöglichten er und seine Frau das Studium.

Die Landwirtschaft seines Vaters reichte nicht, er folgte 1963 seinem Bruder nach Europa, zunächst nach Belgien. Ihm war damals nicht klar, was ihn erwarten würde: schwerste Arbeit unter Tage im Kohlenstaub. Schließlich brachte er seine Familie nach Dortmund und fand eine Stelle bei Hoesch in Dortmund an der Dünnblechwalze. 23 Jahre arbeitete Ismet auf der Westfalenhütte, war Vertrauensmann. Er war Aktivist und Gewerkschaftler, gründete die Gruppe „Gelbe Hand“ und ging mit 58 Jahren in die Frühverrentung.

Auch danach, um „Nachhaltigkeit“ bemüht, fand er andere Aktivisten aus der Hochschule, den Kreisen der Gewerkschaft und der Antirassismusbewegung für Zukunftsaufgaben. Gemeinsam gründeten sie 1987 den ViF um kulturelle und politische Beständigkeit und einen Treff punkt zur Beratung und zur politischen und sozialen Unterstützung der jetzt „Rentner“ gewordenen Migranten der ersten Stunde, den „Gastarbeitern“, zu schaffen.

Er fand in Sandra Alberti die richtige Partnerin und mit vielen anderen begannen sie mit einem Versammlungsraum in der Westhoffstraße beim damaligen DPWV Geschäftsführer Herrn Kroner, der die Idee sympathisch fand, dass sich die Migranten nun selbst organisierten, sich in der Stadt zeigen, einmischten und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren und zu gestalten begannen.

Die Altenbegnungsstätte in der Flurstraße nahe Borsigplatz wurde schließlich Heimat des Vereins mit seinen vielfältigen Aktivtäten, alles selbst organisiert. Ismet blieb lange Zeit Vorsitzender, fand weitere Partner wie Sofie Olshevska, Hadi Kamişli und immer wieder Sandra Alberti für die Leitung und Weiterentwicklung des Vereins.

Ismet Koşan ist lebendige Migrationsgeschichte, lebende Biografie, ein aktiver Teil der Dortmunder Nachkriegsgeschichte. Er war selbst ein interessierter Beobachter seiner neuen Welt, beschrieb sie, teilte seine Gefühle mit anderen, schrieb sie nieder. Seine Gedichte und Prosatexte sind ein Zeugnis Dortmunder Arbeiterliteratur – Ismet Koşan, Arbeiterdichter

Sein Verein für Internationale Freundschaften möchte seine Texte im Rahmen des Projektes „Spurensuche“ für die Stadt und die Gesellschaft öffentlich machen. Wir möchten ihm mit diesem kleinen Druck für die vielen gemeinsamen Jahre danken.

Und so wurde gefeiert (Fotos Arena Sinek-Sviko, Echo Vielfalt)

Erlebnisreicher Tag, der 13.12.2016: Lünen Eröffnung und Premiere „Schicht im Schacht!“

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Einfach  großartig dieser Tag:

Ausstellungseröffnung in Lünen im Rathaus mit vielen Besuchern  und hochkarätigen Gästen

Filmpremiere in Essen

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Vorbereitungen, Büffet, Bücher, Plakate, Kataloge

Um 15 Uhr begann die Eröffnung der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ im Rathaus Lünen. Acht der neun „Jungen“ saßen auf der OB-Bank, nur Arif Sarıkaya fehlte, dessen Tochter ihn vertrat. Es sprachen Grußworte der Kulturdezernent Horst Müller-Baß, der Vorsitzende des Integrationsrates Gürbüz Demirhan, der Generalkonsul der Türkischen Republik aus Essen, Mustafa Kemal Base, Guntram Schneider, Minister a.D. und Schirmherr der Ausstellung, und Dr. Viktoria Waltz vom ViF führte in Aspekte der Ausstellung ein. Dr. Aysun Aydemir, Integrationsbeauftragte der Stadt Lünen, moderierte die Veranstaltung mit ihrem herzlichen Lachen und viel Herzenswärme.

TUNAHAN ÜNGÖREN, Schüler der Overbergschule, 4. Klasse, trug das Gedicht vor „Ich bin ein Baum“.

 

Und wieder lag die Musikalische Begleitung mit großem Schwung beim Werksorchester Bergwerk Ost. Am Ende der Grußworte und Redebeiträge gab es Geschenke für die „Jungs“ und Ehrengäste: Trophäen von Lünen, Bergbaugegenstände, Fotos und einen Kunstkalender mit Szenen aus dem Bergbau des Künstlers und ehemaligen Steiger Wolfgang Base, der sogar anwesend war.

„Dies war die schönste Eröffnung, die wir je erlebt haben“ – das war die einhellige Meinung der Teilnehmer. Jeder der „Jungs“ kam zu Wort und trug zu einem Teil ihrer Geschichte Lebendiges bei. „Eine afrikanische Redensart besagt: die Geschichte des Löwen´wird vom Jäger erzählt. Hier haben die Löwen selbst gesprochen!“ bemerkte ein Zuhörer, ein ehemaliger türkischer Kumpel. Und die zweite Besonderheit dieser Ausstellung wurde in den drei Stunden deutlich: das Erzählen des Erlebten regt auch Andere an, man erinnert sich und findet Parallelen.

Bei Büffet und Getränken, gespendet von Ihsan Kavak und seiner Lünener Firma, gingen die Gespräche weiter.

FILMPREMIERE SCHICHT IM SCHACHT

Von Lünen aus ging es weiter in die Lichtburg, dem Premierenkino in Essen zur Vorführung des Films „Schicht im Schacht“ von Gisbert Bartels, einem engagierten Film über den Ruhrbergbau nach 1945 „Eine Hommage an die Bergleute“ – so der Untertitel. Wir waren WDR Ehrengäste und Halit Günter und Zeki Kanag, Porträtierte in diesem Film, standen nach der Vorführung mit vielen anderen auf der Bühne. Gemeinsam mit dem ebenso porträtierten Bergwerkschor in schwarzen Knappenuniformen wurde „Glückauf der Steiger kommt“ gesungen, um anschließend mit Büffet und Getränken die Filmpremiere zu feieren. Bewegende Bilder, bewegende Momente!

Halit Günter und Zeki Kanag in der Mitte auf der Bühne unter den Protagonisten des Films!

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Die Ehrengäste mit dem Regisseur auf der Bühne (heller Anzug links Halit Günter, neben ihm Zeki Kanag

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Aus der Pressekonferenz

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MIGRATION IN DORTMUND – endlich ein Thema der Stadt!

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Am 7. und 8. Oktober 2016 fand im Stadtarchiv der Stadt Dortmund eine Tagung zur archivischen Verortung der Dortmunder Migrationsgeschichte“ statt. Dem liegt ein Beschluss  zugrunde, dass die Dortmunder Migrationsgeschichte nun endlich in die Dokumentation der Stadtgeschichte eingehen soll und  muss. Eine halbe Wissenschaftsstelle ist dafür vorgesehen. Immerhin! Es stellte sich bei den verschiedenen interessanten Vorträgen nämlich heraus, dass die Dortmunder Einwanderungsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg nicht oder nicht ausreichend in den Archiven und Museen vorkommt und kaum systematisch dokumentiert ist. Ein paar Fotos des Stadtarchivs konnten dies nicht deutlicher zeigen. Allein das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte MKK Dortmund hat mit  „EVET“ der türkischen Emigrantengemeinde vor einiger Zeit eine Ausstellung zu Brautmoden und Hochzeitsfeiern gewidmet. Städte wie München oder Nürnberg scheinen da schon  weiter zu sein. Nun wird die Dokumentation der Dortmunder Einwanderung nach 1945 auch in Dortmund ein Projekt! Gut so!

tgaung-stadtarchiv-16Es geht ja nicht nur um die Dokumentation für die Stadt. Auch für die Zuwanderer hat die Dokumentation ihres Hierseins, ihrer Wünsche und Träume, ihrer Probleme und Leiden, und vor allem ihr Beitrag zur urbanen Geschichte unserer Region Bedeutung, sozial, kulturell und politisch. „Oral History“, von sich zu erzählen, sich selbst als aktiven Teil der Geschichte zu sehen und zu erkennen, seine Rolle in der Geschichte öffentlich gewürdigt zu sehen, gibt Kraft, Selbstbewusstsein und Selbstvergewisserung. Dieser vielleicht psychologisch wirksame Aspekt ist auch der Wissenschaft inzwischen bekannt und als integraler Teil von Seniorenarbeit, vor allem für des Altwerden in der Fremde anerkannt. Dies machte ein Vortrag von Prof. Uslucan vom Zentrum für Türkeistudien aus Essen deutlich.

Die beiden Ausstellungen des letzten Jahres „Onkel Hasan“ des VMDO und „Glückauf in Deutschland“ des ViF wurden als aktuelle, wichtige Beiträge zur Dortmunder Migratiosgeschichte gewürdigt. Sie belegen, dass auch die Zuwanderer selbst dabei sind, ihr Geschichte zusammenzutragen und öffentlich zu machen. Ohne die aktive Beteiligung der Migranten und Migrantinnen kommt ja auch das Projekt des Staatsarchivs und des Museum für Kunst- und Kulturgeschichte nicht voran. Deshalb wurde  diesem Aspekt in der Diskussion viel Raum gegeben. Es geht dabei um Vertrauen und Wertschätzung – denn wer gibt schon gern seine privaten Dokumente und Fotografien oder gar Objekte wie Brautkleider in eine städtische Einrichtung als Leihgabe zum Beispiel, wenn nicht sicher ist, dass es gut aufbewahrt ist und z.B. auch wieder zurückgenommen werden kann.

Die Tagung diente auch der Vernetzung und dem Knüpfen neuer Kontakte. So wird ViF sich gern auf Initiative von Frau Parussel aus dem MKK an einem Projekt des Kochmuseums beteiligen, sich über Kochen, Gerichte, Feiern und mehr aus den verschiedenen beteiligten Ländern auszutauschen. Es zeigt sich, dass unsere Frauen sehr viel Spass daran hätten.

Glückauf also für das neue Projekt und die Dokumentation der Dortmunder Migrationsgeschichte!