Das Schreiben von den eigenen Erfahrungen in der Migration hat zutiefst persönliche Anlässe und ist manchem ein Bedürfnis für die Selbstvergewisserung. Aber auch für die Gesellschaft macht es Sinn die persönlichen Gedanken und Erfahrungen, die vielleicht in einem Gedicht, in einer Erzählung, einem Video oder einem Liedtext versteckt sind, zu veröffentlichen. In diesem Sinne hat ViF schon seit langem Wert gelegt auf die Veröffentlichung solche Zeugnisse der  Migrationserfahrung, sie zu sammeln  und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Am 4. April sind wir im LWL Museum Zeche Zollern zur Bekanntgabe des Wettbewerbs „HAU REIN“ und beginnen mit unseren Erzählungen zur Anregung an andere Autoren, Textschreiber, Fotografen, Künstler … und es geht uns um „Geschichte(n) schreiben“

Unsere neueste Veröffentlichung ist ein Gedichtband zu Ismet Kosan’s 80ten Geburtstag Weihnachten 2016 mit einer Auswahl seiner Gedichte:

„Frühling“

In Deutschland Dortmund lebe ich – die Türkei ist weit weg – ich konnte mich nie daran gewöhnen – Auch wenn ich es eigentlich nicht möchte bleibe ich – Ich finde keinen Frieden – mein Grab soll in Ersincan sein.

Es regnet in Dortmund – Die Menschen werden nass in der Weite – Es kommt das sonnige Wetter – Die Frühlingsregen hören ja nicht auf – Es regnet, der Frühlingsregen hört tja nicht auf“

imsetbiuch

Spurensuche Geschichte schreiben

In dem Projekt „Nordstadtbilder“von 1989 finden sich solche Zeugnisse unter dem Titel „Heimat in der Fremde“, die der Verein für Internationale Freundschaften neben einer Fotoausstellung im Dietrich-Keuning Haus beisteuerte. Anlässlich des 30-Jährigen Jubiläums von ViF stellen wir hier einiges vor.

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und weitere Gedichte und Zeugnisse unter:

Spurensuche Geschichte schreiben

2013 begannen wir mit dem Projekt Spurensuche

Das Projekt „Spurensuche – Spurensicherung. Dortmunder ‚Gastarbeiter‘ berichten“ wurde 2015 abgeschlossen.

Die Schlussbroschüre gibt einen Einblick in verschiedene Aspekte der Dortmunder Migrations-geschichte. Erzählen war das wichtigste für alle Beteiligten, manchmal ging das nur italienisch, spanisch oder türkisch, eben in der Muttersprache. Es ging um Anfangsschwierigkeiten, Missverständnisse, Sprachprobleme, Nachbarschaft und Alltagsleben. Ein Projekttag war dem spannenden Thema ‚Kulturschock Deutschland‘ gewidmet. Viele Leser werden manches wiedererkennen, vielen ist ähnliches widerfahren. Das Projekt dient der Erinnerungskultur unserer Stadt, aber nicht nur das. Es ist auch ein Stück Anerkennung der Lebensleistungen der Zuwanderer der Nachkriegszeit, die diese Region mit aufgebaut haben.

broschüretitel

2015 dann ging es mit dem Projekt „Glückauf in Deutschland los und wurde eine große Ausstellung und ein Buch.

engagementpreis

Glückauf klienkatalog

Buchtitel Glückauf 1