Spurensuche geht weiter!

Standard

SAM_0219

Spurensucher besuchen „Glückauf“

Das Projekt Spurensuche hat im letzten Halbjahr einige Entdeckungen gemacht: unsere Mitglieder singen und dichten!

Bei unseren letzten Gesprächen entdeckten wir die Gedichte von Ismet Kosan, der seine alte Heimat Tunceli ebenso gefühlvoll ‚besingt‘ wie sein langjähriges, heutige Zuhause, die Nordstadt und den Borsigplatz.

Ja Heimat! wo ist sie? Wo fühlen wir uns zuhause? Sind das zwei Dinge? Bekommt man sie irgendwann einmal zusammen? Oder nur in den Träumen, wie Sofie, die immer wieder in ihren Träumen durch ihr altes Odessen wandert? Diesem Thema werden wir uns immer wieder widmen müssen.

Dann sind es die Erinnerungen der Kindheit, die so eng mit dem Begriff „Heimat“ zusammenzugehören scheinen. In einer Runde in Hachen haben wir danach gefragt – mit welchen Liedern hat uns unsere Mutter, Mame, Mamma, Mutti damals in den Schlaf gesungen? Erstaunlich, wie viele Lieder über die Kulturen hinweg ähnlich klingen und Ähnliches besingen. Die Frauen spielen doch eine große Rolle, wenn es um das Erinnern an die Kindheit geht.

Ja, die Frauen. In der Migration, so stellte sich bisher heraus, haben und hatten sie immer eine besondere Rolle. Wenn die Männer zur Arbeit auszogen, so sicherten sie den Hintergrund, das warme Heim, die Erziehung der Kinder, die gute Nachbarschaft. Für uns stellt sich heraus, dass wir den Frauen in der Migration  eine besondere Aufmerksamkeit widmen müssen. Dies wurde besonders deutlich während der Projektzeit „Glückauf in Deutschland“, im Grunde ein Männerprojekt. Dabei machten auch diese jungen Männer damals ihr Glück nur auf der Basis, dass ihre Frauen den Alltag für sie und die ganze Familie meisterten.

Mit den Frauen beschäftigen wir uns weiterhin – seien sie aus der Türkei, aus Italien oder der ehemaligen Sowjetunion. Ihre Migrationsgeschichte spiegelt das letzte Jahrhundert der Kriege, Vertreibungen, Dogmen und politischen Auseinadersetzung in besonderer und schicksalhafter Weise wider.

Wer daran interessiert ist, sollte uns besuchen kommen, teilhaben und teilnehmen. Und singen! Mit Taissia, denn SINGEN HÄLT FIT!

SAM_0107

Dokumente besichtigen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Über vifdo | Verein für Internationale Freundschaften

ViF, Verein für Internationale Freundschaften, ist eine Initiative von Migranten und Migrantinnen aus verschiedensten Ländern und seit 1988 in der Dortmunder Nordstadt aktiv. Seit 1993 entfalten die Mitglieder und Besucher unabhängig, selbständig und selbstbestimmt diverse Aktivitäten in der Internationalen Senioren Begegnungsstätte Flurstraße 70. Dort kann man gemeinsam mit anderen frühstücken, kochen, Spiele spielen, nähen, stricken, lesen, aber auch Vorträge anhören, feiern und vor allem zweimal wöchentlich die Glieder recken und strecken bei unserem Gymnastikkurs.. 20012 erhielt ViF für seine einmalige Tätigkeit den Integrationspreis der Stadt Dortmund. ViF ist offen für neue Freundschaften und Aktivitäten mit und für Senioren und Seniorinnen! Kommen Sie vorbei Flurstraße 70.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.